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Kurzschluss & Abschaltbedingung
📖 NIN 4.1.1 / SN EN 60364-4-41
Schleifenimpedanz, Kurzschlussstrom und Nachweis der Abschaltzeit
Ik max Ik min Abschaltbedingung
1 Eingabe Speisung · Leitung · Schutzeinrichtung
⚡ Netz & Speisung
U0 = Nennspannung gegen Erde.
cmax für Ik max, cmin für Ik min (IEC 60909-0 Tab. 1).
Der Netzbetreiber meldet meist Ik am Hausanschluss.
kVA
%
Vom Typenschild.
W
Leer lassen → Trafo wird rein induktiv angesetzt.
Stk
Gleiche Typen: ZT teilt sich durch die Anzahl.
MVA
Vorgelagertes Mittelspannungsnetz — beim EW erfragen.
V
Nur für Übersetzung und Primärstrom.
V
Viele Verteiltransformatoren sind mit 420 V im Leerlauf bemessen, damit unter Last 400 V ankommen — dann hier 420 eintragen.
%
In % des primären Nennstroms — vom Typenschild.
%
Bezogen auf die Bemessungsleistung.
🔌 Leitung bis zum Fehlerort
m
Einfache Trassee-Länge, nicht Hin- und Rückweg.
Rückleiter der Fehlerschleife. Gesamt-Querschnitt eintragen.
Stk
mΩ/m
Richtwert Kabel 0.08 mΩ/m; unter 16 mm² kaum wirksam.
Ik max rechnet fest mit 20 °C (kalt = grösster Strom), Ik min mit diesem Wert.
🛡️ Schutzeinrichtung & Nachweis
Gerechnet wird mit der oberen Bandgrenze — nur dort löst der Schalter garantiert aus.
A
kA
Muss mindestens Ik max erreichen — ausser eine geprüfte Backup-Kombination deckt es ab (siehe unten).
🪜 Vorgeschaltetes Schutzorgan optional
Bestimmt die Staffelung der Auslösebereiche.
A
kA
Aus der Koordinationstabelle des Herstellers. Ohne diesen Wert zeigt GEMA nur die rechnerische Untergrenze.
kA
Geprüfte Kombination nach IEC 60947-2 (Kaskadierung). Nur mit diesem Wert darf Icn unter Ik max liegen.
Is und die Backup-Grenze sind geprüfte Herstellerwerte und lassen sich nicht berechnen — GEMA führt dafür bewusst keine eigene Tabelle. Beide stehen in der Koordinationstabelle zur konkreten Gerätepaarung.
2 Berechnung Impedanzen der Fehlerschleife
Leitfähigkeit κ — kalt (20 °C) für Ik max κ(t) = κ₂₀ / (1 + α · (t − 20))
Leitfähigkeit κ — warm für Ik min
Netzimpedanz ZQ ZQ = cmax · Un² / Sk
Transformator ZT ZT = uk/100 · Un² / SrT RT = Pk · Un² / SrT²
🔌 Transformator im Betrieb
Übersetzungsverhältnis ü = U1N / U2N
Nennstrom primär I1N = SrT / (√3 · U1N)
Nennstrom sekundär I2N = SrT / (√3 · U2N)
Leerlaufstrom I0 = i0 · I1N
Laststrom sekundär ILast = Auslastung · I2N
Kurzschlussstrom an den Klemmen (Kennwert) Ik,Klemmen = I2N / uk
Leitung, Aussenleiter kalt R = L / (κ · A · n) X = x′ · L / n
Fehlerschleife warm (Hin- + Rückleiter) ZS = √(ΣR² + ΣX²)
Anteile an der Fehlerschleife
Netz Transformator Leitung
κ Leitfähigkeit [m/(Ω·mm²)] · A Querschnitt [mm²] · L Länge [m] · n parallele Leiter · x′ Reaktanzbelag [mΩ/m] · Un Netznennspannung · U0 Spannung gegen Erde · c Spannungsfaktor nach IEC 60909-0.
3 Ergebnis Kurzschlussströme und Nachweis
Grösster Kurzschlussstrom Ik max Ik = cmax · Un / (√3 · Z)
Kleinster Kurzschlussstrom Ik min am Leitungsende Ik min = cmin · U0 / ZS
Z gesamt (Weg des grössten Stroms)
Z Leitung (Aussenleiter, kalt)
Abschaltbedingung
Ik min ≥ Ia
Maximale Leitungslänge
bis die Abschaltbedingung kippt
Schaltvermögen
Icn ≥ Ik max
Noch keine Berechnung.
Annahmen und Vereinfachungen dieser Berechnung
    4 Selektivität & Backup-Schutz Staffelung zum vorgeschalteten Gerät
    Kein vorgeschaltetes Schutzorgan erfasst — trag es in Schritt 1 ein, um die Staffelung zu prüfen.
    Was diese Karte nicht beurteilt
    • Fehlende Selektivität ist kein Sicherheitsmangel — der Fehler wird abgeschaltet, es fällt nur mehr Anlage aus als nötig. Sie stuft den Gesamtstatus darum nie auf «nicht erfüllt».
    • Oberhalb der Staffelgrenze entscheidet die Energiebegrenzung des schnelleren Geräts. Diese Werte sind gemessen und stehen nur in der Koordinationstabelle des Herstellers — GEMA rechnet sie nicht und erfindet sie nicht.
    • Backup-Schutz und Selektivität sind unabhängig: eine Kombination kann backup-geschützt und trotzdem unselektiv sein.
    • Nicht geprüft werden Zeitselektivität über Kurzzeitverzögerung, gerichtete Staffelung und die Selektivität gegenüber einer Fehlerstrom-Schutzeinrichtung.
    5 Schema Impedanzkette bis zum Fehlerort
    Die Werte unter den Blöcken sind die Beträge der jeweiligen Impedanz in der warmen Fehlerschleife — also der Weg, über den Ik min fliesst.